14.09.09 Dieter Janecek Landesvorsitzender der Grünen im Bio-Weingut Anja Stritzinger in Klingenberg.
Beim Dämmerschoppen mit Wein und Käse zog Dieter Janecek Bilanz zum Thema „(Bio-Land)Wirtschaft“
"Heute reden die Bauern und Leute mit uns, weil sie erkannt haben, dass es so nicht weitergeht."
Nach einem ganztägigen Aufenthalt im Landkreis Miltenberg genoss unser, aus Niederbayern stammender Landesvorstand Dieter ein gutes Glas Wein und benannte die für Bayern wichtigsten Punkte unserer GRÜNEN Bundespolitik.
Getreu dem Moto: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur eine schlechte Ausrüstung, ließen wir uns von und für die Politik erwärmen.
"Früher waren wir Grüne das Schreckgespenst für die Bauern und Unternehmer.“ Zu alternativ, nicht christlich genug und rebellisch, so Dieter Janecek und ist erfreut darüber, dass es gerade auf dem Land zu einem Umdenken gekommen ist. "Heute reden die Leute mit uns, weil sie erkannt haben, dass es so nicht weitergeht."
Aber auch wir haben uns etwas geändert. Früher war der Begriff Heimat negativ besetzt. Inzwischen definieren wir das Wort „Heimat“ mit sich zu Hause fühlen, verwurzelt sein, Verantwortung übernehmen wollen.
Vor allem geht es aber darum, dass mehr Macht in Bürgerhand belassen werden muss. Wir sollten uns die Entscheidungshoheit über Dinge wie Energieversorgung und Nahrungsmittel nicht von globalen Konzernen aus der Hand nehmen lassen. Wir fordern Teilhabe, Mitsprache Transparenz.
Sehr viele Bürger wollen biologische Lebensmittel. Sie sind bereit auch mehr Geld in Nahrung zu investieren. Die Wertschätzung gesunder und biologischer Lebensmittel nimmt stetig zu, der Umsatz bei Bio-Lebensmitteln steig. Die Förderpolitik der Großen Koalition lässt jedoch kaum eine Umstellung auf biologische Landwirtschaft zu. Wir decken unseren Bedarf übers Ausland. Das muss anders werden.
Wir GRÜNE fordern den regionalen Vertrieb landwirtschaftlicher Produkte und einen sanften Tourismus, von dem Erzeuger und Verbraucher profitieren.
Vor allem die kleineren Milchbauern seien immens wichtig für die Entwicklung und die Erhaltung ländlicher Gebiete, sie sind wichtige Stützen für das ökologische Gleichgewicht. Genau diese Gruppen hätten aber unter der aggressiven Preispolitik der großen Anbieter am schlimmsten zu leiden und stünden ständig am Rand des Abgrunds. Gutes Essen braucht Faire Preise. In Frankreich geben die Menschen laut Janecek doppelt so viel für Essen und Trinken aus, wie in Deutschland.
ErzeugerInnen brauchen einen rechtlichen Rahmen, um ihre Erzeugnisse dem Bedarf des Marktes anpassen zu können, keine Stallbausubventionen.
Überproduktion in Industrieländern zerstört volkswirtschaftliche Werte und regionale Wirtschaftskreisläufe weltweit. Exportsubventionen müssen abgeschafft werden.
Unser Ziel ist eine integrierte ländliche Entwicklung, die gleichwertige Lebensverhältnisse und eine gute ökonomische, soziale und kulturelle Teilhabe auf dem Land genauso ermöglicht wie in der Stadt. Junge Menschen brauchen Freiräume,
denn sie sind der Garant dafür, dass die ländliche Gesellschaft sich weiterentwickelt. Die ländlichen Räume müssen Zukunftsperspektiven bieten – damit sie nicht veröden und zu unbelebten Agrarsteppen werden. Wir setzen uns für nachhaltige ländliche Wirtschaftsstrukturen ein, die Arbeitsplätze auf dem Land schaffen und erhalten.
Unter GRÜNER Regierungsbeteiligung wurden den Bäuerinnen und Bauern neue Möglichkeiten bei der Nutzung von Biomasse eröffnet und regionale Wirtschaftskreisläufe aufgebaut.
Die große Koalition hat durch den Zwang zur Beimischung von Agrokraftstoffen, diese Kreisläufe wieder zerstört.
Die großen Mineralölkonzerne haben das Heft in die Hand genommen. Sie importieren Palmöl und Ethanol ohne Rücksicht auf soziale und ökologische Standards. Leere Teller, volle Tanks – das wollen wir nicht.
Handfeste Kritik äußerte Janecek noch an den großen Parteien. Das TV-Duell am Sonntag habe vor allem eines gezeigt: "Die derzeitige Bundesregierung hat kaum Antworten auf die aktuellen Fragen hat, die Deutschland bewegen." Genau das mache die Basisarbeit so wertvoll, meinte Dieter Janecek, denn es gebe keine bessere Art, die Wünsche und Ängste der Menschen zu erkennen, das konnte man heute in Erlenbach und in Miltenberg erleben.
Zum Schluss in klaren, kurzen Worten was wir GRÜNE und ANDERE wollen
Wir GRÜNE wollen:
- Keine Gentechnik auf unseren Tellern und Äckern
- Das Verbot von Gentech-Pflanzen, die Menschen, Umwelt und die gentechnikfreie Produktion gefährden
- Die Förderung gentechnikfreier Regionen
- Klare Kennzeichnungspflicht von gentechnisch veränderte Lebensmitteln, auch wenn die lebensmittel durch gentechnisch veränderte Futtermittel erzeugt wurden
Die Große Koalition:
- fördert die Agro-Gentechnik und bedroht gentechnikfreie Landwirtschaft
- hat die Gentechnik-Kartoffel Amflora zugelassen
- verhindert eine klare Kennzeichnung der Gentechnik-Produkte
Mit Schwarz/Gelb:
- wird Interessenpolitik für Gentechnik-Lobbyisten betrieben
- wird Agro-Gentechnik mit Millionen gefördert
- wird mit windigen Argumenten die klare Kennzeichnung von gentechnikfreien Lebensmitteln bekämpft
Deswegen am 27. September beide Stimmen für GRÜN!
Pressebericht (zuletzt geändert am 29.06.07 18:07)









