Diese Seite druckenZum Sitemap wechseln
Das Pressearchiv als RSS-FeedIMPRESSUM
Sie befinden sich hier: Startseite
31.03.11 11:03 Alter: 1 Jahr(e)

3. Eisenbacher Gespräche

Kategorie: Ortsverband Obernburg

Von: Ansgar Stich

Tierschutz: Der Mensch isst, was er isst...

3. Eisenbacher Gespräche zum Tierschutz: Der Mensch isst, was er isst...

Bei der von den Bündnisgrünen Obernburg gemeinsam mit der CSU Eisenbach organisier-ten Podiumsdiskussion wurde am 31.03.2011 im Sportheim Eisenbach unter dem Motto „Dritte Eisenbacher Gespräche: Der Mensch isst, was er isst...“ über Massentierhaltung und Tierschutz diskutiert.

Teilgenommen haben die grüne Tierschutzexpertin und Bundestagsabgeordnete Undine Kurth und der Bundesvorsitzende der Tierschutzpartei Stefan Bernhard Eck. Der u. a. für die Nutztierhaltung zuständige Ministerialrat Ludwig Wanner vom bayerischen Landwirtschafts-ministerium in München und Stadt- und Kreisrat Bruno Fischer (Aktive Liste, Obernburger Bauernschaft, Schlachthof Aschaffenburg) vervollständigten die Runde.

Die thematische Einführung erfolgte durch den Zweiten Bürgermeister der Stadt Obernburg Simon Giegerich (CSU), moderiert hat die Veranstaltung Stadtrat Ansgar Stich (Bünd-nis90/Die Grünen).

Der zweite Bürgermeister Simon Giegerich (CSU Eisenbach) führte mit einem kurzen Refe-rat in die Thematik ein, indem er eine ganze Reihe von Fakten vortrug. Er betonte zum ei-nen, dass Tiere nach § 90a des BGB „keine Sachen“ seien, „rechtlich jedoch wie Sachen zu behandeln (Beispiel Kaufvertrag)“ sind. Zum anderen wurden Zahlen bezüglich von Schlachtmengen und Erträgen aus der Biolandwirtschaft präsentiert. Letztere hat noch im-mer einen recht geringen Anteil am Markt, obwohl der subjektive Eindruck aus Supermarkt-besuchen etwas anderes vermitteln könnte.

In der von Stadtrat Ansgar Stich (Bündnis 90/Die Grünen) moderierten eigentlichen Diskus-sion stellten die Teilnehmenden zunächst ihre jeweilige Grundposition dar:

Undine Kurth lehnte unter Berufung auf das Staatsziel Tierschutz (Art. 20 GG) industrielle Landwirtschaft ab und forderte, Verbrauchermacht einzusetzen, um das Verhalten der Anbie-ter im Lebensmittelbereich zu beeinflussen. Dies solle nicht nur aus ethischen Gründen, sondern auch um der menschlichen Gesundheit willen geschehen.

Stefan Eck sprach sogar von Folter an den Tieren und befürwortete – auch als Veganer – ei-nen sehr konsequenten Verzicht auf die Nutzung von Tieren für die menschliche Ernährung. Bestehende Traditionen seien kein Hinderungsgrund für ein Umdenken in Ernährungsfragen.

Er kritisierte zudem verschiedene Praktiken der Futtermittelherstellung.

Ludwig Wanner vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium legte besonderen Wert auf ei-ne Trennung der verschiedenen Gesichtspunkte und verlangte, dass in der Diskussion nicht „alles in einen Topf“ geworfen werde. Einen Zusammenhang von unserer Massentierhaltung und der Rodung von Regenwäldern wurde von ihm deutlich bezweifelt. Gerade hinsichtlich der Haltung von Milchvieh sah auch er noch Optimierungsmöglichkeiten.

Bruno Fischer lobte den bereits bestehenden Standard besonders in der Schweinehaltung, manchen Säuen ginge es besser als dem Bauern. Er betonte die Leistungen der Bauern-schaft für die Ernährung der Bevölkerung und den Erhalt und die Pflege der heimischen Kul-turlandschaft.

Nach anschließenden lebhaften Diskussionen mit verschiedenen Landwirt(inn)en, aber auch Politiker(inne)n im Publikum resümierte das Podium unter Anleitung des Moderators Ansgar Stich, dass man sich wohl auf dem „kleinsten gemeinsamen Nenner“ Förderung von regiona-ler, nicht industrieller Landwirtschaft, Verzicht auf etwa täglichen Fleischkonsum und ethisch möglichst angemessene Behandlung des Mitgeschöpfs Tier verständigen könnte. In den Konsequenzen – etwa biologische Tierhaltung oder gar Vegetarismus/Veganismus – gibt es allerdings noch viel Diskussionsbedarf.

Insgesamt bestand nach der Runde Einigkeit, auch 2012 Eisenbacher Gespräche zu allge-meinen, lebenspraktischen Themen durchzuführen. Es böten sich etwa Energie oder Bildung als Inhalt der dann 4. Eisenbacher Gesprächen, wenn möglich erneut in Kooperation von CSU Eisenbach und Bündnis 90/Die Grünen Obernburg an.

 


2008 Bündnis 90 / Die Grünen im Landkreis Miltenberg
Pressebericht (zuletzt geändert am 29.06.07 18:07)