Energiewende und mehr Demokratie durch Bürgerbeteiligung
“Es geht und es rechnet sich”, lautete das klare Urteil des Gastes vom Bio-Energiedorf in Rai-Breitenbach, Horst Stapp, auf dem Frühschoppen von SPD/Grünen zur diskutierten Energiewende in Wörth. Unterstützung kommt auch vom Energieforum Miltenberg, einem neuen überparteilichen Verein für die Energiewende. Umgesetzt werde dies aber nur mit den Menschen in Wörth, gab Bürgermeisterkandidat Jens Marco Scherf (SPD/Grüne) ein klares Bekenntnis zu mehr Demokratie und Bürgerbeteiligung in Wörth ab.
Uli Schüren, Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag, lobte die inhaltlich intensive Arbeit für Wörth. “Es ist gut, dass die Menschen in Jens Marco Scherf einen dynamischen Bürgermeister mit viel Energie als Alternative haben, um einen ganz für die Aufgaben in Wörth zu haben”, urteilte Schüren in Anwesenheit der grünen Landratskandidatin Petra Münzel.
Vor 40 Gästen stellte Jens Marco Scherf das Zukunftsprogramm für die bürgerfreundliche Stadt der Familie vor. In alle acht Punkte sind die Anregungen aus den Gesprächen mit Bürgern bei den Hausbesuchen eingeflossen, die Mitte Februar abgeschlossen werden. “Die enorme Verkehrsbelastung in den Wohngebieten wie in der Frühling- oder Bergstraße und in der Kurmainzer Straße wurde ebenso bemängelt wie die fehlende Entwicklung des Stadtkerns um Odenwald- und Landstraße”, so Scherf, der auch ein klares Bekenntnis zur Entwicklung von Jugendsozialarbeit in der Stadt und in der Schule abgab. “Egal, welche Projekte wir anpacken werden”, versprach Scherf, “es wird eine neue demokratische Kultur und eine konstruktive Form der Bürgerbeteiligung geben, damit nicht mehr über die Köpfe der Menschen in Wörth hinweg und gegen sie entschieden wird!”
Hauptthema der Veranstaltung war die mögliche Energiewende als ein Baustein im Zukunftsprogramm. Klares Signal vom Geschäftsführer des Bioenergiedorfes Rai-Breitenbach, Horst Stapp: “Es geht vor Ort die Energie nachhaltig zu erzeugen. Die Menschen machen mit, da sie der Preisvergleich überzeugt. Handeln ist nötig, um sich von Öl und Gas, von Bush und Putin unabhängig zu machen”.
Horst Stapp erläuterte die Entwicklung und Umsetzung des Projekts mit den Menschen vor Ort in Form einer Genossenschaft. “Neben der Einsparung von 600.000 Litern Heizöl werde durch die Verwendung heimischer Energieträger wie Holz, Pflanzenöl und die Sonne die Wertschöpfung in der Region erhöht. Früher überwiesen wir das Geld nach Russland und Arabien, jetzt bleibt es hier!” Mittlerweile gebe es Anfragen aus Korea und Japan, denn Deutschland sei weltweit Nummer eins in der Nutzung regenerativer Energien, erklärte Stapp, dass nicht nur Wörth auf Rai-Breitenbach aufmerksam geworden sei.
Auf Nachfrage von Reinhold Spall sah Horst Stapp die Möglichkeit, den bodenschädlichen Maisanbau durch das als Elefantengras bekannte Miscanthus zu ersetzen, da es sowohl als Baustoff als auch als Energieträger nutzbar sei. “Wenn man dies mit der Energiegewinnung verzahnen kann, kann man auf Dünger verzichten, die Boden- und Trinkwasserqualität verbessert sich und die Fläche ist auch im Winter bewachsen”, so Stapp.
Karlheinz Paulus vom neu gegründeten Verein Energieforum Miltenberg sagte seine Unterstützung für die Nutzung neuer Energien zu. Im November habe man den überparteilichen Verein gegründet, um die Energieeinsparung und die erneuerbare Erzeugung von Energie im Landkreis zu unterstützen. Für Wörth rechnete Paulus vor, dass im Jahr Energie im Wert von 50 Millionen € verbraucht werde. “Es ist meine chrsitliche Überzeugung, so zu leben, dass wir keine Ressourcen der Erde mehr zerstören”, erklärte Paulus. Umrahmt wurde der Frühschoppen mit Live-Musik von Angie und Eric Kern.
Pressebericht (zuletzt geändert am 29.06.07 18:07)




