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10.05.10 20:36 Alter: 2 Jahr(e)

„Hilf mir, es selbst zu tun.“, so lautet der Grundsatz der Montessorischule in Soden.

Kategorie: Die Grünen, Bildung

Von: Sylvia Deckert

Thomas Gehring – Landtagsabgeordneter und Schulpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen besuchte am 11.05. die staatlich genehmigte private Montessorischule in Soden.

Nach der Veranstaltung am Tag zuvor zum Thema „Mittelschule – Rettung der Hauptschule?“ in Miltenberg, besuchte MdL Gehring zusammen mit MdL Thomas Mütze, Kreisvorsitzenden Aschaffenburg Stefan Link und für den Kreisvorstand Miltenberg Sylvia Deckert die Montessorischule in Soden.
Schulleiter Christian Bokr begann seinen Rundgang durch die Privatschule im Pausenhof und informiert, dass die Schule „mitten im Grünen“ ausreichend Platz zum Lernen und für vielfältige freizeitpädagogische Angebote bietet. Neben den Klassenräumen ist auch Platz für Computer-, Werk- und Kunsträume, eine Schulbibliothek, die Mittagsbetreuung, eine Schulküche und ein liebevoll geführtes Schulrestaurant, von dessen Qualität wir uns selbst überzeugen durften.
Die Sodener Montessorischule ist eine Grund- und Sekundarschule und verfügt über eine angeschlossene Offene Ganztagesschule.
Im kommenden Schuljahr werden die ersten Schüler ihren qualifizierenden Hauptschulabschluss machen. Außerdem wird ein M-Zug, der die Schüler zu einem mittleren Bildungsabschluss führt schon aufgebaut.
Ziel des Fördervereins mit seinem unentbehrlichen Engagement der Eltern ist es, künftig auch die Allgemeine Hochschulreife anzubieten.
Beim Rundgang durch die großzügigen Klassenzimmer erläutert Herr Bokr die „Freiarbeit“ als Form des offenen Unterrichts. Hier dürfen die Kinder größtenteils selbst bestimmen, was sie arbeiten, in welcher Sozialform sie arbeiten, wie lange sie an etwas arbeiten und wann sie etwas machen. Es gelten einige Klassenregeln, die wichtigste lautet: wir stören einander nicht bei der Arbeit. Außerdem gilt als Arbeitsregel, dass mit einer neuen Arbeit erst dann begonnen werden darf, wenn die alte beendet ist.
Nachdem die beiden Landtagsabgeordneten ihre Rechenkünste am „Schachbrett“ erprobt hatten und es ihnen gelang 4-stellige Zahlen miteinander zu multiplizieren, besuchten wir noch die AG Gartenarbeit bei der Frau Großmann aus Erlenbach mit den Kindern gerade frisch geernteten Rhabarber verarbeitete.
„Die Eltern spielen eine wichtige Rolle in der Montessoripädagogik und natürlich auch in unserer Schule.“ Ohne das große Engagement, das Wissen und die vielfältigen Fähigkeiten der Elternschaft könnten viele Aktivitäten wie Sportfeste, Projektwochen, Instandhaltung und Pflege der Schulräume, Erstellung von Materialien etc. gar nicht stattfinden. Jedes Elternteil muss jährlich 10 Arbeitsstunden absolvieren, wobei das Engagement der meisten Eltern weit darüber hinaus geht, lobt Bokr seine Elternschaft.
Nach einem sehr schmackhaften Essen im Kreise der SchülerInnen nahmen sich Elternbeirat, Eltern und Schulleitung noch Zeit für intensive Gespräche bei denen die Finanzierung der Schule und die Anerkennung der Abschlüsse zum Übertritt an weiterführende Schulen im Fordergrund standen.
Um jeden Cent muss der Förderverein kämpfen, um Fachlehrer, qualifizierte Sozialpädagogen, Erzieher und Heilpädagogen für ihren jahrgangsgemischten Unterricht, geprägt von Sozialkompetenz, Teamarbeit und Inklusion, zu finanzieren.
Für eine weiterführende Schule gibt es oft Probleme, da in Bayern die Montessorischulen nur staatlich genehmigt und nicht anerkannt sind.
Leider musste ich mich frühzeitig verabschieden und konnte so die weiter andauernde und bestimmt noch sehr interessante Gesprächrunde nicht weiter Verfolgen.


2008 Bündnis 90 / Die Grünen im Landkreis Miltenberg
Pressebericht (zuletzt geändert am 29.06.07 18:07)