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12.01.08 12:42 Alter: 4 Jahr(e)

Klausurtagung: Stadtratskandidaten verabschieden Acht-Punkte-Programm für die bürgerfreundliche Stadt der Familie

Kategorie: Ortsverband Wörth

Von: Jens Marco Scherf

Wörth am Main. Ein Acht-Punkte-Programm für die Entwicklung einer bürgerfreundlichen Stadt der Familien verabschiedeten die Stadtratskandidaten der Wörther SPD bei einer ganztägigen Klausurtagung im Wörther Bahnhof. Zentrale Inhalte für das Programm nach der Bürgermeister- und Stadtratswahl am 2. März sind der Ausbau der Kinderbetreuung, eine Intensivierung der Jugendarbeit, die Gründung eines Seniorenbeirats und neben der Energiewende die Fortführung der Stadtentwicklung im Rahmen einer moderaten Finanzpolitik.

Moderiert vom SPD-Vorsitzenden Richard Oettinger und dem Bürgermeisterkandidaten Jens Marco Scherf (SPD/Grüne) wurde das Zukunftskonzept “bürgerfreundliche Stadt der Familie” für Wörth in einem Acht-Punkte-Programm konkretisiert. Grundlage der Ideen der 20 Kandidaten der Wörther SPD und der Grünen, die gemeinsam auf der SPD-Liste kandidieren, sind ein Abbau der dramatisch überdurchschnittlichen Verschuldung Wörths und eine aktive Bürgerschaft. Es gelte nach dem missachteten Bürgerentscheid und den zahllosen Beispielen, in denen Stadtrat oder Bürger vom alten Bürgermeister übergangen wurden, eine neue demokratische Kultur, überparteiliche sachliche Zusammenarbeit und aktive Bürgergesellschaft aufzubauen, erläuterte Jens Marco Scherf das Ziel “Mehr Demokratie leben”. “Zum Abbau der Verschuldung muss mit Augenmaß investiert werden, Kooperationen mit Nachbarkommunen oder mit der Westfrankenbahn sind nötig und durch eine Erhöhung der Lebensqualität Wörths wird der sinkenden Einwohnerzahl begegnet. Das kann nur ein Vollzeitbürgermeister”, erklärte Oettinger die Grundlagen des Konzepts einer Stadt der Familie.

Tonja Salvenmoser, 3. Bürgermeisterin, plädierte für einen Ausbau der Krippenbetreuung, den Erhalt des flexiblen Horts für die Grundschulkinder und den organisatorischen und pädagogischen Ausbau der Offenen Ganztagschule mit einem intensiven Angebot zur individuellen Förderung der Hauptschüler. Erwin Dreher fordert neben der Unterstützung der Ortsvereine bei der Jugendarbeit den überfälligen Einstieg in die offene Jugendarbeit, um alle Jugendlichen zu erreichen. Eine Kooperation mit der Schule sowohl für die Ortsvereine als auch bei der Sozialarbeit stellt sich Jens Marco Scherf vor.

Die Unterstützung der Awo-Seniorenresidenz, ein Miteinander von Jung und Alt in Kooperation mit Jugendarbeit und Schule sowie die Einrichtung offener Wohnformen für ältere Menschen erläuterte Manfred Siebentritt. In einem Seniorenbeirat sieht die Wörther SPD die Möglichkeit, die Bedürfnisse der älteren Menschen besser zu berücksichtigen. Muzaffer Turan forderte eine bessere Vernetzung des neuen Stadtbusses mit dem Zug an einem neu gestalteten und nach Süden verlegten Bahnhaltepunkt sowie einen 30-Minuten-Takt der Bahn an Werktagen.

Ein klares “Nein” spricht das Programm zu einer möglichen Privatisierung der Wasser- und Stromversorgung. Der im Landkreis von CSU, Neuer Mitte und Freien Wählern eingeschlagene Weg mit der Privatisierung der Krankenhäuser ist falsch, so Scherf. Neben der Energiewende soll das Gewerbe vor Ort durch einen ständig ansprechbaren Bürgermeister unterstützt und die Ansiedlung von Firmen mit zukunftsorientierten Arbeitsplätzen gefördert werden. Weiterhin sieht das Programm die Erstellung eines Konzepts zur Integration der Neubürger und der verschiedenen Kulturen sowie den Erhalt der Naturlandschaft in Wörth vor, betonte Marco Dall’Omo.

Friedrich Cornelius, Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, mahnte beim Blick auf das Programm der CSU mehr Ehrlichkeit gegenüber dem Bürger an: “Unredlich ist es, bereits vom Stadtrat beschlossene Punkte wie die Stadtsanierung von Neu-Wörth ins Wahlprogramm mit aufzunehmen. Genauso ist es eine bewusste Täuschung der Wähler, nicht umsetzbare Dinge wie ein schienengleicher Übergang am Bahnhof anzukündigen, denn das Bundesbahnkreuzungsgesetzt verbietet solche Bahnüberquerungen.”

Einzelheiten des Zukunftsprogramms werden auf dem politisch-musikalischen Frühschoppen am 27. Januar im FSV-Sportheim um 10.30 Uhr sowie beim Besuch von Sepp Daxenberger, Landesvorsitzender der Grünen, am 11. Februar um 20 Uhr in der “Goldenen Krone” vorgestellt.


2008 Bündnis 90 / Die Grünen im Landkreis Miltenberg
Pressebericht (zuletzt geändert am 29.06.07 18:07)