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31.05.07 13:05 Alter: 5 Jahr(e)

Die Finanzen, die Ganztagsschule und der Bahnhof sind Schwerpunkte des rot-grünen Programms – Einstieg in offene Jugendarbeit für Wörth überfällig

Kategorie: Ortsverband Wörth

 

K r e i s M i l t e n b e r g. In der Ortsversammlung von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN wurden Inhalte der Kommunalwahl 2008 mit Bürgern und Vertretern aus dem Vorstand der SPD und dem Stadtrat diskutiert. Die Ziele des designierten rot-grünen Bürgermeisterkandidaten werden der Öffentlichkeit am 12. Juli in einer gemeinsamen Versammlung von Grünen und SPD vorgestellt.

Ortsvorsitzender Jens Marco Scherf stellte den Entwurf eines Wahlprogramms für die Wahl am 2. März 2008 vor. Zuspruch fand der geplante Einstieg in die offene Jugendarbeit als Ergänzung zur Vereinsjugendarbeit. „Das fehlt in Wörth seit vielen Jahren“, unterstützte Rainer Hippchen dies. Neben der finanziellen Konsolidierung der Stadt, um die Investitionskraft wiederherzustellen, ist Scherf besonders ein für Wörth neues Demokratieverständnis wichtig. „Die Bürger müssen wieder in Entscheidungen miteinbezogen werden und ernst genommen werden“, forderte der designierte Bürgermeisterkandidat von Grünen und SPD. Hierzu gehört auch die Idee eines Bürgerbüros im Rathaus mit einem barrierefreien Zugang im Erdgeschoss. SPD-Vorsitzender Richard Oettinger betonte, dass Wörth einen Bürgermeister brauche, der an sieben Tagen in der Woche im Amt sei und sich um die Stadt kümmere.

In Anbetracht von nur 31 Geburten im Jahr 2006 ist die Sicherung des Schulstand-orts eine drängende Zukunftsaufgabe, erklärte Scherf. Rot-Grün will die gebundene Ganztagsschule als Angebot für Familien sowie Hauptschüler und setzt auf eine offene Kooperation mit den Nachbarstädten, um in zehn Jahren eine Schließung wegen fehlender Schüler zu verhindern. „Wenig hilfreich und souverän ist es, wenn Wörths Bürgermeister aggressiv und unsachgemäß öffentlich das Schulamt dafür kritisiert, dass es eine Prognose auf Basis der Zahlen aus Wörth auf Wunsch der Bürgermeister vorstellt. Hier muss zusammengearbeitet und nicht öffentlich gepoltert werden“, machte sich Scherf für die Zukunft des Schulstandorts Wörth stark. Für die Grundschulkinder muss eine flexible Betreuung und Förderung erhalten bleiben.

Für die Bahnhofsplatzgestaltung stellte Scherf eine kostengünstige Südlösung vor. „Statt das Projekt aus Finanzgründen immer weiter zu verschieben, sollte man eine kleine Lösung anstreben und das südliche Ende des Bahnsteigs nutzen für Auto- und Radstellplätze sowie einen bahnnahen Übergang zum neuen, von den Grünen geforderten Stadtbus“, so Scherf. Auf die Kritik, entgegen seiner Behauptung bislang keine konkreten Gespräche mit der Westfrankenbahn über eine Kooperation bei der Bahnhofsplatzgestaltung geführt zu haben, antwortete Herr Dotzel im Amtsblatt. Dort schreibt er, er sei seit vielen Jahren mit dem Unternehmen im Gespräch. Die Tatsache, dass die Westfrankenbahn  jedoch erst seit 1.1.2006 existiert, wurde mit Humor in der Versammlung aufgenommen. „Herr Dotzel verwechselt Westfrankenbahn und Deutsche Bahn und bestätigt, dass er erst durch Anregung von Jens Marco Scherf die Initiative zu einem Gespräch mit der Geschäftsführung ergriffen hat“, fasste Erwin Dreher zusammen. Stadtrat Manfred Siebentritt kritisierte, dass die Stellungnahme im Amtsblatt erschien: „Die erste Seite im Amtsblatt ist die falsche Stelle, um im Wahlkampf zu reagieren, das ist ein Missbrauch des Amtsblatts!“ Arnold Brand ergänzte, „dann müsste jeder die Möglichkeit haben, auf der ersten Seite des Amtsblattes zu schreiben“.

Am Donnerstag, den 12. Juli 2007, werden die Mitglieder von Grünen und SPD in einer gemeinsamen öffentlichen Mitgliederversammlung in der „Goldenen Krone“ um 20 Uhr ihren gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten wählen.


2008 Bündnis 90 / Die Grünen im Landkreis Miltenberg
Pressebericht (zuletzt geändert am 29.06.07 18:07)