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14.07.07 09:15 Alter: 5 Jahr(e)

Scherf will Dotzel beerben

Kategorie: Ortsverband Wörth

Von: Jürgen Schreiner (Main Echo)

Wörth. Das Rennen um den Chefsessel im Wörther Rathaus ist offiziell eröffnet. In der gemeinsamen Aufstellungsversammlung am Donnerstag im Gasthaus Goldene Krone nominierten die Ortsverbände von SPD und Bündnis 90/Die Grünen mit 20 Teilnehmern Jens Marco Scherf einstimmig als Kandidaten für die Kommunalwahl am 2. März 2008.

Schon bei der Besiegelung der rot-grünen Allianz in Wörth am 2. April - ein Novum im Landkreis - hatte der 32-Jährige Kreisrat und Kreisvorsitzende der Grünen selbstbewusst seine Ansprüche auf das Bürgermeisteramt in der Schifferstadt angemeldet. In einer engagierten, rhetorisch geschliffenen Rede erneuerte Scherf jetzt seine Kampfansage an den CSU-Amtsinhaber und »Teilzeitbürgermeister« Erwin Dotzel. Unterstützung sicherten ihm neben dem SPD-Ortsvorsitzenden Richard Oettinger - die Sozialdemokraten öffnen beim Urnengang am 2.März ihre Liste für grüne Bewerber - die SPD-Politiker Heinz Kaiser, Thorsten Meyerer sowie die Grünen Petra Münzel und Thomas Mütze zu.Jens Marco Scherf ist gebürtiger Wörther und wohnt seit 2001 wieder in seiner Heimatstadt. Nach dem Abitur am Hermann-Staudinger-Gymnasium in Erlenbach und dem Studium in Würzburg ergriff er wie seine Mutter den Lehrerberuf. »Ich bin mit Leib und Seele Hauptschullehrer«, erklärte Scherf, der es als seine Berufung sieht, Kinder und Jugendliche fit fürs Leben zu machen. Nach Lehrerstationen in Faulbach und Mömlingen ist er seit 2006 stellvertretender Schulleiter der Konrad-Wiegand-Volksschule in Klingenberg. Der 32-Jährige ist Vater zweier Töchter und nach eigenen Angaben zweifach »glücklich geschieden«, aber seit Dezember neu liiert. Als Hobbys gibt er Jogging und Kinobesuche an, auch Häckerwirtschaften ist er nicht abgeneigt. Der frühere Fußballer und Schiedsrichter bekennt sich als leidenschaftlicher Fan zum FC St. Pauli. Mit einer Aktion für die Yanomami-Indianer begann Scherfs politische Karriere. Was auch nicht jeder weiß: Der heutige Vorzeige-Grüne im Landkreis war drei Jahre lang Mitglied der Jungen Union - eine »Jugendsünde«, die der 32-Jährige vor den grünen Parteifreunden und den Genossen freimütig einräumte. Seit 2002 sitzt er für die Grünen im Kreistag. Sachlich Alternativen aufzeigen, ohne den politischen Gegner persönlich zu verletzen: Diesen Stil will Scherf auch in seinem Bürgermeisterwahlkampf pflegen. Parteigrenzen zwischen Rot und Grün dürften im Interesse Wörths keine Rolle spielen.Im Stadtrat, dem Scherf nicht angehört, machte der Kandidat ein Demokratiedefizit aus. Beispiel Weinberg: Sein Widersacher Dotzel habe sich mit juristischen Kniffen über ein Bürgervotum hinweggesetzt, um seine Vorstellungen zu verwirklichen. Die Umweltbeauftragten Reinhold Spall und Norbert Volkmann seien zermürbt worden, anstatt ihren Idealismus zu unterstützen. Scherf versprach, die Angebote für Familien in Wörth weiter auszubauen und den Haushalt der durch den Hallenbau »finanziell handlungsunfähig« gewordenen Stadt zu sanieren. Der Schandfleck Bahnhofsplatz solle mit Blick für das Machbare umgestaltet werden. Scherf sicherte zu, sich »in Vollzeit« für die Bürger einzusetzen. In der Frage der Schulstandorte erteilte er »Alleingängen und falschen Weichenstellungen« eine Absage.


2008 Bündnis 90 / Die Grünen im Landkreis Miltenberg
Pressebericht (zuletzt geändert am 29.06.07 18:07)