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Die Grünen im Landkreis Miltenberg: 19.08.09 Besuch des MdB Winfried Hermann
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30.08.09 00:12 Alter: 335 Tag(e)

19.08.09 Besuch des MdB Winfried Hermann

Kategorie: Die Grünen

Von: Sylvia Deckert

Schifffahrtsverkehr – Ein uraltes Thema

Schon die Römer nutzten die Schifffahrtswege und hatten im Kastell Wörth einen Hafen

Sylvia Deckert

Sylvia Deckert, Stefanie Lang

Stefanie Lang, Rudi Bauer, Winfried Hermann, Joachim Schneider

Winne Hermann, Stefanie Lang, Heiko Schmidt

Rudi Bauer führte uns durch die Werft und anschließend durch das Schifffahrtsmuseum in Wörth.
Die Idee zu diesen Führungen hatten ich durch das in der Abendveranstaltung festgelegte Thema „Klima Verkehr(t), und wir wussten, dass sich MdB Winfried Hermann sehr stark für das Thema Schienen- und Schiffsverkehr interessiert.
Außerdem ist die Erlenbacher Werft ein Beispiel für regionale Arbeitsplätze.
Anwesend waren: Winne Hermann, Heiko Schmidt, Stefanie Lang, Sylvia Deckert, Jochen Schneider, Annette Rütger und Gäste.
Entschuldigt waren: Harald Fischmann, Udo Barth und Pablo Calvo

Der Main bietet mit seinen 524 km und seinen 36 Schleusen einen langen Schiffsverkehrsweg.
Seit 1652 wurden Schiffe in Wörth gebaut. Aus Platzmangel wurde die Werft 1918 durch die Familie Schellenberger nach Erlenbach verlegt.
1996 geriet die Werft in Insolvenz und wurde von Hans Brunner übernommen, so konnten von den früheren 350 ca. 80 Arbeitsplätze in der Werft direkt und ca. noch Mal so viele für zuarbeitende Unternehmen wie z.B. Schreiner und Elektriker gerettet werden.
Leider will keiner mehr Schiffsbauer werden, deswegen kommen diese aus Polen.

1965 fing der Schiffbaumeister Rudi Bauer bei der Erlenbacher Werft an und arbeitete dort bis zu seiner Rente 2003. Seitdem steht er dem Geschäftsführer Josef Jakob als Berater zur Seite. Lt. Bauer kommen die rohen Schiffskörper heute aus Ungarn, Rumänien oder der Ukraine. Über den Rhein-Main-Donau-Kanal werden sie nach Erlenbach geschleppt. Die Arbeitslöhne und auch das Eisen sind dort sehr viel billiger, jedoch auch die Verarbeitung. Für die s.g. Feinarbeit sind die dortigen Arbeiter aber einfach nicht zu gebrauchen, die Arbeiten wiesen immer wieder Fehler auf. In der Qualität liegen diese 50 Jahr zurück. Deswegen wird das Schiff hier fertig gestellt, d.h. mit Maschine, Elektrik und Wohnung versehen.
Bauer skizziert, dass sich der Bau des Rumpfes im Ausland bald nicht mehr lohne. Durch gestiegene Ansprüche und Löhne im Osten steigen auch die Kosten in der Herstellung. 1995 arbeiteten die Schiffbauer in Osteuropa noch für zwei Mark die Stunde, heute für sieben Euro.

Zwar sei der Niedergang der Werft mit dem Rhein-Main-Donau-Kanal und den billigen Kähnen aus Osteuropa gekommen, so Bauer. Doch zeichne sich eine Veränderung ab. "Irgendwann bauen wir hier wieder komplette Schiffe", so sein Blick in die Zukunft.

110 Meter lang und bis zu 11,45 Meter breit dürfen die doppelwandigen Binnenschiffe sein, die auf dem Main unterwegs sind, da die Schleusen nur 12 Meter breit sind. Die Abmessungen richten sich auch nach den Brückenhöhen. Die Maschine hat 3000 PS, damit schafft  sie 12 kmh bei starkem Fahrwasser. 

Früher hielten Schiffe 20 Jahre, heute bis zu 50. Der Lack auf der Außenhaut ist so dick wie vier Blatt Papier. Schiffe, die weniger als 20 Jahre alt sind, müssen alle fünf Jahre an Land, um vom TÜV begutachtet zu werden. Danach alle zwei Jahre.
Die alten Schiffe, die noch einigermaßen gut sind, gehen nach Osteuropa oder Afrika. Was sich nicht verkaufen lässt, wird verschrottet.

Rudi Bauer und Josef Jakob zeigen sich da zuversichtlich, dass es die Werft in 20 – 30 Jahren noch geben wird.

Ganz ökologisch ging es zu Fuß über die Eisenbahnbrücke nach Wörth in das Schifffahrts- und Schiffbaumuseum.
Dort konnten wir erfahren, dass die barocke St. Wolfsgangskirche, welche das Museum seit 1991 beherbergt, 1729 – 1748 entstanden ist. Nach einer Hochwasserkatastrophe 1882/83 mit Zufrieren der Stadt, wurde die Stadt mit einer neuen Kirche in ein hochwasserfreies Gebiet verlegt. 1903 wurde die St. Wolfganskirche profaniert.
Der Main gewann als römische Grenzlinie und als Transport- und Handelsweg schon sehr früh an politischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Durch Kanalisierung und Stauregelungen durch Schleusen wurde der Main zur Großschifffahrtsstraße. Durch den Main-Donau-Kanal besteht die Verbindung mit dem Rhein.

Für das Protokoll verantwortlich
Sylvia Deckert


2008 Bündnis 90 / Die Grünen im Landkreis Miltenberg
Pressebericht (zuletzt geändert am 29.06.07 18:07)