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Die Grünen im Landkreis Miltenberg: Wünsche an einen besseren VAB
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15.02.10 13:47 Alter: 165 Tag(e)

Wünsche an einen besseren VAB

Kategorie: Verkehr, Die Grünen

Von: Frank Küster

Frank Küster

11. Februar 2010

1 Erscheinungsbild und Öffentlichkeitsarbeit

1.

Informationen zum Fahrplanwechsel Zumindest in Miltenberg gab es zum Fahrplanwechsel Informationen zum neuen Fahrplan viel zu spät. In der ersten Woche des neuen Fahrplans gab es am Bahnhof noch keine aktuellen gelben Abfahrtspläne, sondern nur Schwarzweiß-Kopien der Streckenfahrpläne Aschaffenburg-Miltenberg mit Angaben für Wertheim, aber ohne Zwischenhalte.

Angemessen wäre es, die gelben Abfahrtspläne am Sonntag auszutauschen, wenn der neue Fahrplan in Kraft tritt, und die kleinen Strecken-Faltpläne bereits zwei bis drei Wochen im Voraus.

2.

VAB-Fahrplanheft Das große Fahrplanheft gibt es zwar kostenlos – eine geringe Gebühr fände ich akzeptabel –, aber dafür (zumindest in Miltenberg) quasi „unter der Ladentheke“: Es wird keinerlei Werbung dafür gemacht, man erfährt gar nicht dass es so etwas gibt.

3.

Fehlender zentraler Ansprechpartner Es fehlt ein zentraler Ansprechpartner für Nachfragen, Beschwerden etc. Man kann zwar bei einer zentralen Nummer in Aschaffenburg anrufen, aber die kümmern sich um nichts, wenn es sich nicht um Aschaffenburger Linien handelt. Vielmehr wird man an die einzelnen Bus-bzw. Bahnunternehmen verwiesen.

Das einzige was davon erhalten werden sollte ist die dezentrale Aufbewahrung von Fundsachen. Aber schon die Informationen welche Fundsachen vorliegen, erst recht Informationen über Verspätungen etc. und ein modernes Beschwerdemanagement sollte zentral organisiert sein.

4.

Falschauskünfte Die Zersplitterung der Informationen führt dazu, dass man im Einzelfall auch an das falsche Unternehmen verwiesen wird, wenn eine Linie von mehreren bedient wird. Im konkreten Fall ging es um einen Bus, der schon eine Weile Verspätung hatte – hätte die Betroffene gleich beim ersten Anruf die korrekte Auskunft erhalten, dass er diese Haltestelle nicht anfährt, oder wenigstens den Hinweis auf das korrekte Unternehmen, so hätte sie den verspäteten Bus noch zu Fuß an der nächsten angefahrenen Haltestelle erreichen können

5.

Aushänge an den Haltestellen Die Fahrpläne an den Haltestellen sollten vereinheitlicht werden. In Miltenberg und Bürgstadt hängen an den Haltestellen, wo die Buslinie 8070 nach Wertheim und Würzburg durchfährt, dafür zusätzliche Fahrpläne im Stil von DB-Buslinien. Diese Linie verlässt zwar den VAB, sollte aber trotzdem, da sie ja im Tarif integriert ist, auch in die Haltestelleninformationen (sowie in das Umleitungsmanagement, siehe unten) integriert werden. Außerdem muss sichergestellt werden, dass die Haltestelleninformationen vollständig sind. So fehlt zum Beispiel an der Haltestelle „Marktstraße, Bürgstadt“ jeder Hinweis auf die Linie 8070, die dort hält.

6.

Baustellen-Management Während der Baumaßnahmen um die Luitpoldstraße in Miltenberg mußten die Buslinien zeitweise umgeleitet werden. Das Management dieser Situation war sehr schlecht:

• Als Ersatzhaltestelle für „Miltenberg, Ärztehaus“ war die (vom Bahnhof Miltenberg aus) vorhergehende Haltestelle „Miltenberg, Brückenabfahrt“ angegeben, die etwa 600 m entfernt ist, anstatt der folgenden „Bürgstadt, Marktstraße“, die nur 300 m entfernt und in Sichtweite ist.

• Die Haltestelle war während der ganzen Baumaßnahme als nicht bedient gekennzeichnet, obwohl der Bus sie dazwischen teilweise wochenlang anfahren konnte – und in der Tat auch angefahren hat, wenn...

• es ein Bus des ortsansässigen, ortskundigen Unternehmens Ehrlich war. Wurde die selbe Linie (z.B. 8070) von einem anderen Unternehmen bedient, fuhr der Bus in Sichtweite vorbei. Zu erwarten, dass der Kunde solche Spezialitäten vorhersagt, ist eine Zumutung.

2 Tarife

1.

Fehlende Mehrfahrtenkarte Da es keine Mehrfahrtenkarten gibt (z.B. die in vielen Verbünden bewährten Streifenkarten) muss jeder, für den sich keine Zeitkarte rentiert, die Karte bei jedem Fahrtantritt kaufen. Dies hat längere Wartezeiten der Busse an den Haltestellen zur Folge, bis jeder sein Kleingeld herausgekramt hat, und gefährdet dadurch die Pünktlichkeit. Für Kunden, deren Fahrt mit der Westfrankenbahn beginnt, bedeutet es sogar noch eine schwer kalkulierbare, aber einzuplanende Zeitspanne, die man vor der Abfahrt des Zuges am Bahnhof sein muss. In der Regel gibt es nur einen einzigen Automaten, und die Zahl der Automatenkunden und ihre Verweildauer schwankt naturgemäß sehr.

2.

Geisterwabe Die Strecke zwischen Miltenberg und Kirschfurt ist auch nicht länger ist als andere Haltepunktabstände auf der Westfrankenbahn, zum Beispiel Kleinheubach–Laudenbach oder Erlenbach–Elsenfeld, die nur zwei Waben durchfahren. Trotzdem gibt es auf dieser Strecke eine Geisterwabe – ein Wabe ohne Halt irgendeines Verkehrsmittels und wohl auch ohne jedes von Menschen bewohnte Gebäude (von Fischer-Vereinshäuschen abgesehn).

Dadurch verteuert sich die Einzelfahrt um 35% und die Monatskarte um 36%. Ob dies im Vergleich zu anderen Strecken nun angemessen ist, mag dahingestellt sein. Es ist jedenfalls schwer verständlich. Als Indiz für die mangelnde Akzeptanz mag gelten, dass dies von mindestens einer Person, die beruflich zwischen Miltenberg und Kirschfurt pendelt (und auf beiden Seiten zusammen etwa 5 Minuten Fußweg einfach hätte) als Grund angegeben wird, dass sich der Umstieg vom Auto finanziell nicht lohne.

3 Verbindungen

1. Großostheim Dieser Ort – mit seinen vielen Gewerbegebieten sicher auch Arbeitsstätte vieler aus dem Landkreis Miltenberg – ist immer noch schlecht ans Maintal angebunden, wenn man zunächst mit der Bahn von Süden kommt.

Die Verbindung von und nach Obernburg-Elsenfeld (über Mömmlingen) hat zwar mittlerweile oft Anschluss an die Westfrankenbahn. Aber gerade die Morgenverbindung von Süden mit Umsteigen in Obernburg um 8 Uhr klappt nicht (weil der Zug in dieser Stunde 5 Minuten später kommt, der Bus aber wie immer fährt). Auch die Verbindung über Sulzbach ist oft unakzeptabel. Zwar kommt man um 7:45 von Süden dort an und mit Weiterfahrt um 7:58 dann um 8:13 in Großostheim an. In allen anderen Stunden hält die Bahn aber immer 17 Minuten, nachdem der Bus abgefahren ist. Für die Heimfahrt kommt der Bus immer 3 Minuten vor der vollen Stunde an, zuletzt um 17:57 Uhr, der Zug fährt immer zur Minute 52 nach Süden. Es wäre sinnvoll, Bahn und Bus in Elsenfeld auch um 8 Uhr aufeinander abzustimmen,

und die Verbindung in Sulzbach herzustellen.

2. Unverständliche Aufenthalte, Gesamtfahrzeiten Seit dem Fahrplanwechsel nehmen sich die Züge auf der Westfrankenbahn mehr Zeit. Dies ist zwar grundsätzlich zu begrüßen, weil Verspätungen in Aschaffenburg doch an der Tagesordnung waren. Aber die Umsetzung überzeugt nicht:

• Warum 5 Minuten Aufenthalt in AB Süd von 7:53 bis 7:58?

• Die Aufenthalte in Kleinwallstadt variieren von 1 Minute (7:40) bis 3 Minuten

(9:08)

• Die Gesamtfahrzeit der Regionalbahn variiert zwischen Miltenberg und Aschaffenburg, mit immer gleichen Halten von 47 bis 50 Minuten. Dies mag z.T. durch Stoßbelastungen im Berufverkehr erklärlich sein, aber nicht alles (s.o.)

• Auf einer Strecke die bei Halt an allen Bahnhöfen 50 Minuten dauert, wäre ein regelmäßiger schneller RE mit weniger Halten angemessen. Dieser fährt viel zu selten und ist bei nur 3 (statt 12) Halten nur 8 Minuten schneller als die schnellste RB. Abhilfe ist hier wohl nur mit Baumaßnahmen möglich, aber die sollten dringendst gefordert werden. Damit ließe sich auf mittlere Sicht wahrscheinlich für mehr Personen eine Lärmreduzierung erreichen, als wenn noch irgendwo auf der B 469 Flüsterasphalt eingebaut wird, ohne den Kfz-Verkehr zu reduzieren.

• Zwischen Miltenberg und Wertheim ist der RE um 7:52 zwei Minuten langsamer als die RB um 6:52, die 41 Minuten braucht (beide übrigens mit den selben Halten). Um 9:59 geht es in 36 Minuten, wieder mit den selben Halten. Dabei braucht der Zug für die Strecke Stadtprozelten–Wertheim immer gleich lang. Die Fahrzeit von Miltenberg nach Stadtprozelten beträgt mal 20, mal 21 Minuten, aber dann gibt es einen Aufenthalt in Stadtprozelten von 1 bis 7 Minuten. Da die Abfahrtszeit dort immer gleich ist, wird dort vermutlich auf den Gegenzug gewartet – aber wieso kann man nicht auch morgens so knapp kommen wie tagsüber, oder mit nur 2 bis 3 Minuten Luft?

• Unterhält man sich mit den Schaffnern der Westfrankenbahn, so hört man dass diese erstens nicht gefragt wurden, wo die Engpässe sind und wo viele Leute aus-oder zusteigen. Und zweitens dass sie die Fahrpläne wegen ihrer direkten Erfahrungen anders gestaltet hätten...

3. Fehlende Takte Bereits zwischen Aschaffenburg und Miltenberg ist der Takt nicht voll durchgesetzt, die Anbindung des Südspessart ist aber „völlig taktlos“. Die Züge fahren morgens um 6:52, 7:52 – und dann erst wieder um 9:52. Auch die Busse können die Lücke nicht (zumindest für die Orte mit Brücke oder Fähre) schließen: Die fahren um 6:00, 6:50, 8:00 – und 10:00 Uhr.

4 Copyright

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2008 Bündnis 90 / Die Grünen im Landkreis Miltenberg
Pressebericht (zuletzt geändert am 29.06.07 18:07)